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#WAT26: Webarchivierung: aktueller Stand und Perspektiven

Foto: LWL-Archivamt, Schröder

Unter der Moderation von David Gniffke (LWL-Archivamt, Münster) begann der erste Vortragsabschnitt des Westfälischen Archivtags 2026. Es sollte um ein Thema gehen, das für einige Archive noch in der Zukunft liegt, für andere Archive aber bereits zumindest ein kleiner Teil des Arbeitsalltag geworden ist: Die Webarchivierung. – Wie der aktuelle Stand in NRW ist und welche Möglichkeiten und Probleme auf die Archive zukommen, wurde in den folgenden Beiträgen dargestellt.

 

Webarchiv.NRW – eine Pflichtaufgabe der Landesbibliotheken in NRW – Dr. Andrea Ammendola (Universitäts- und Landesbibliothek Münster)

In seinem Beitrag stellte Herr Dr. Ammendola das Projekt „Webarchiv.NRW“ vor. Grund für dieses Projekt ist das 2013 verabschiedete Pflichtexemplargesetz NRW, welches neben elektronischen Publikationen auch Webseiten miteinschließt und damit die Landesbibliotheken NRW mit der Aufgabe der Webarchivierung betraut. Da es keine eindeutige gesetzliche Grundlage für die Archivierung von Webseiten gibt und damit bisher auch keine Richtlinien oder Standards entwickelt wurden, dauerte es einige Jahre, bis die Aufnahme dieser Aufgabe ins Rollen kam.

2017 gewann das Thema durch eine bundesweite Arbeitsgruppe zur Webarchivierung an Bedeutung. Die Landesbibliotheken NRW begannen im selben Jahr die Zusammenarbeit mit der Deutschen Nationalbibliothek und führten von 2019 bis 2021 eine Testphase durch. Nach zwischenzeitlichen Einschränkungen entwickelte sich das Projekt ab 2023 mit neuen Partnern, dem Hochschulbibliothekszentrum des Landes Nordrhein-Westfalen, weiter. Seit 2024 wird „Webarchiv.NRW“ durch das Ministerium für Kultur und Wissenschaft (MKW) gefördert. „#WAT26: Webarchivierung: aktueller Stand und Perspektiven“ weiterlesen

Urkundendigitalisate des Adelsarchivs Helmern sind online

Die Urkunden des Adelsarchivs Helmern wurden in diesem Jahr komplett digitalisiert und im Archivportal NRW eingebunden. Der Link zum Findbuch zum Bestand “Helmern A, Urkunden” ist hier: https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=FINDBUCH-Find_47A175A0-C77B-449A-BE74-90B18AE7D8A2P325RA15

Der Urkundenbestand wurde 1987 von Dr. Wolfgang Bockhorst, aufbauend auf früheren Bearbeitungen, in der vorliegenden Weise erschlossen.

Im Archiv Helmern befindet sich darüber hinaus nur noch eine weitere Urkunde im Bestand “Herstelle”, der ansonsten nur aus Akten besteht. (Bestandsinformationen: https://www.archive.nrw.de/archivsuche?link=BESTAND-Best_044CDC9B-D5B4-4E19-9E7A-49077A931030ACTAPRO. Hier wurde auf die Onlinestellung verzichtet. Stattdessen kann sie hier präsentiert werden:

Signatur: Hel.Her – Uk  1

Datierung: 1664 Mai 10 (1696, 1853)

Regest: “Joanna Agnes v. Harff, Witwe des Philipp Gottfriedt Spiegel zum Desenberg und Klingenburg, bekennt für sich, ihre Kinder und mit Wissen und Willen der unten benannten Vormünder, in ihren “anliggenden nöthen” von Gerhardt Boleman, Vormund der ehelichen Kinder des Leonhardt Kayser, 200 Rtl. in Kreuztalern, Friesentalern, Dukaten und Kopfstücken zu 10 Rtl. aufgenommen und heute in bar empfangen zu haben, die sie für die “bevorstehende Ehesache und Ehrenwerck” ihrer Tochter Francisca Maria Mechtilde verwenden möchte. Die Ausstellerin verpflichtet sich bzw. ihre Erben, die Kapitalien aus ihren klingenburgischen Gütern am Fest Circumcisionis Domini (1. Januar) dem Boleman bzw. dessen Erben entsprechend der Reichsordnung verzinsen zu wollen. Als Unterpfand setzt sie ihre klingenburgischen Pacht-, Mühlen- und Zehnteinkünfte ein; die Frist zur beiderseitigen Loskündigung beträgt ein halbes Jahr.

Rückseite: 1696 April 20 Kloster Gehrden

Caspar Philip Spiegel zum Desenberg bekennt, von der Äbtissin des Klosters Gehrden [Margaretha Josina Ursula v. Schorlemer] zur Ablösung der [umseitigen] Obligation 200 Rtl. in bar erhalten zu haben. Als Unterpfand setzt er die Pacht-, Mühlen- und Zehenteinkünfte seiner Güter zu Helmarshausen und Klingenburg, insbesondere aber die klingenburgischen Meiereieinkünfte, ein. Der Aussteller verpflichtet sich gegenüber der Gläubigerin, jährlich, am Fest Circumcisionis Domini (1.1.), an das Kloster eine Pension in Höhe von 10 Rtl. zu liefern.

Unterschrift des Ausstellers, dessen rotes Lacksiegel zerstört. Vermerk, Beverungen 1853 Oktober 27, daß nach Löschung der verbrieften 200 Reichstaler im Hypothekenbuch von Kassel infolge einer Verfügung von 1853 Oktober 26 die vorliegende Urkunde kassiert worden sei.”

DiPS.kommunal-Anwendertreffen am 18. Juni 2025 in Münster

Am 18. Juni 2025 lud die DiPS.kommunal-Entwicklergemeinschaft in NRW erneut zum Anwendertreffen ein. In diesem Jahr konnte die Tagung, die sich stetig wachsender Teilnehmerinnen und Teilnehmer erfreut, mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur eine besonders schöne Tagungslocation in Münster bieten. Für die rund 80 Gäste standen das Auditorium und die Skylobby des Museums mit einem spektakulären Blick über die Stadt zur Verfügung.

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#WAT25: Eröffnungsreden

Eröffnungsrede: Dr. Georg Lunemann (Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe)

Der diesjährige Westfälische Archivtag #WAT25 fand in der Stadthalle Gütersloh unter dem Motto „Lücken erkennen und schließen. Strategien für den kommunalarchivischen Arbeitsalltag“ statt.

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#WAT25: Diskussionsforum Bestandserhaltung und Digitalisierung in Zeiten knapper Kassen

Archive, so betont Wilhelm Grabe in seinem Inputvortrag, seien Erinnerungsinstitutionen, bildlich gesprochen: das begehbare Gedächtnis einer Stadt, einer Region und einer Gesellschaft.

Um so größere Bedeutung kommt der Bestandserhaltung als einer der Kernaufgaben des Archivs zu, um seinem gesetzlichen Auftrag  nachzukommen.
In engem Zusammenhang damit ist die Digitalisierung analogen Schriftguts zu betrachten – die nachträgliche Digitalisierung ist nicht nur benutzerfreundlich und erleichtert die Recherche in nie gekanntem Umfang, sie ist darüber hinaus bei vielen Archivalien auf lange Sicht oft der angesagte Weg, Bestandserhalt dauerhaft sicherzustellen, indem die Originale nicht mehr zur Benutzung vorgelegt werden müssen und damit weiterer Verfall verlangsamt wird. „#WAT25: Diskussionsforum Bestandserhaltung und Digitalisierung in Zeiten knapper Kassen“ weiterlesen