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Bereit für eine Zeitreise? Die neue Heimat Hamm App ist da!

von Franziska Rohloff

Einleitung

800 Jahre – ein Jubiläum, das in vielen Städten klassischerweise mit einer fundierten Chronik oder einem repräsentativen Bildband gewürdigt wird. Das Stadtarchiv Hamm wählt gemeinsam mit anderen beteiligten Ämtern der Stadtverwaltung für diesen besonderen Stadtgeburtstag jedoch einen ergänzenden, neuen Weg. Ab sofort wird die Stadtgeschichte auf dem Smartphone lebendig: Eine kostenfreie App für Android und iOS – von der Stadt Hamm im Zusammenspiel mit dem Dienstleister Wezit GmbH entwickelt – lädt Bürger:innen und Besucher:innen zu einer digitalen Zeitreise durch die Innenstadt ein. Über Augmented Reality (AR) verschmelzen Vergangenheit und Gegenwart direkt auf dem Display. Gefördert durch die Heimatförderung des Landes NRW, verfolgt das Gemeinschaftsprojekt das Ziel, die Historie möglichst barrierearm zu vermitteln, breite Zielgruppen anzusprechen und auch Schulklassen – etwa bei Wandertagen oder Exkursionen – zu begeistern. Doch so spielerisch die bunten AR-Effekte beim virtuellen Stadtrundgang auch wirken: Dahinter steckt kein reines Unterhaltungsprodukt. Wie viel echte Archivarbeit, historische Tiefenschärfe und redaktioneller Gedankenschmalz stecken eigentlich hinter den Kulissen dieser Zeitreise auf dem Smartphone?

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#WAT25: Lücken schließen! (Teil 2)

Michael Ruprecht (Stadtarchiv Leipzig) beim Vortrag
Michael Ruprecht (Stadtarchiv Leipzig) beim Vortrag

Am Donnerstagmorgen folgten nach der Kaffeepause zwei weitere Vorträge unter der Moderation von Claudia Becker (Stadtarchiv Lippstadt), die sich in besonderer Weise der Alltagsarbeit in Archiven widmeten: den allgegenwärtigen Erschließungsrückständen und ihren Auswirkungen auf die Recherche einerseits und die Schwierigkeit, neben der Öffentlichkeitsarbeit auch die archivischen Kernaufgaben nicht zu vernachlässigen andererseits.

Zunächst beleuchtete Michael Ruprecht (Stadtarchiv Leipzig) unter dem Titel “Recherchelücken schließen!? Überlegungen für Erschließungsstrategien!” typische Defizite archivischer Erschließung. Nach einer Definition von Recherchelücken (mit den Kategorien „nicht erschlossen“, „nur online recherchierbar“, „nur Findhilfsmittel aus der Registratur vorhanden“, „keine Normdatenverwendung“ und „nur flach erschlossen“) verwies er auf die unterschiedlichen Rechercheansätze von Archivnutzenden. Denn neben der von Archivar:innen präferierten systematischen Recherche wird heute üblicherweise auf eine Stichwortsuche gesetzt. Dem stellte Ruprecht noch die „explorative Nutzung“ zur Seite. Wachsende Nutzerwünsche stünden den begrenzten Ressourcen der Archive gegenüber. Als Beispiel benannte er die nur 40%ige Quote westfälisch-lippischer Archive, die im Archivportal NRW online recherchierbare Bestände vorhalten und ergänzte diesen Befund mit ähnlichen Quoten aus dem Stadtarchiv Leipzig. „#WAT25: Lücken schließen! (Teil 2)“ weiterlesen