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Archive und Demokratie – Rückblick auf den 59. Rheinischen Archivtag in Ratingen, 2./3.6.2026

In der vergangenen Woche fand der Rheinische Archivtag in Ratingen statt. Das LWL-Archivamt für Westfalen und das LVR-Archivberatungs- und Fortbildungszentrum haben sehr ähnliche Aufgaben und Herausforderungen in der Beratung der nichtstaatlichen Archive in NRW zu leisten. Ein Blick auf den westlichen Teil unseres Bundeslandes lohnt daher immer. Üblicherweise werden die Vorträge der Rheinischen Archivtage in einem Sammelband publiziert, der zum Archivtag des Folgejahres vorliegt. Viele ältere Tagungsbände sind bereits frei online zugänglich.  Wer nicht so lange warten möchte, hat seit 2012 die Möglichkeit, den ausschließlich rund um die Rheinischen Archivtage genutzten Blog zu lesen, wo vorab Abstracts und direkt bzw. kurz nach den einzelnen Vorträgen umfangreiche Zusammenfassungen zu lesen sind. Das gesamte Programm des diesjährigen Rheinischen Archivtages bietet einen guten Überblick über die diesjährigen Sektionen 1 (Archive und Transparenz), wobei der Vortrag zu den kirchlichen Archiven leider krankheitsbedingt ausfallen musste, 2 (Archive und das Vertrauen in die Institutionen) und 3 (Archive und Demokratiebildung), sowie die drei Gesprächsrunden (1: Archivische Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit als regionales Angebot; 2: Archive und KI; 3: Qualifikation und Fachkräfteförderung).

Vorträge (in Auswahl, mehr im Blog):

Sektion 1:

Julia Schneider (Hessisches Landesarchiv/Archivberatung Hessen): Archivische Schutzfristen und Transparenz – ein Gegensatz?

Thorsten Preuss (Digitalisierung und Informationstechnik, Stadt Köln): Die Sicherstellung der Merkmale Authentizität und Integrität in Zeiten des KI-Einsatzes | Rheinischer Archivtag

Sektion 2:

Matthias Buchholz (Bundesstiftung Aufarbeitung): Vertrauensraum Archiv. Zwischen Offenheit, Schutz und historischer Wahrheit

Tobias Herrmann (Landesarchiv NRW): Online-Bereitstellung von zeitgeschichtlichem Archivgut: Vertrauensverlust oder Vertrauensgewinn?

Diskussionsrunde 2:

Matthias Peissner (Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation): Künstliche Intelligenz für die Archivarbeit: Innovationsnetzwerk und erste Erfahrungen

Diskussionsrunde 3:

Stefan Schröder (LWL-Archivamt für Westfalen): Individuell und passgenau: das VdA-Mentoring-Programm

Thea Fiegenbaum (LVR-AFZ): Das Fortbildungscurriculum des LVR-AFZ: Zielgruppen und Anwendung

Der nächste Rheinische Archivtag wird 2027 in Jülich stattfinden.

24. Karlsruher Tagung für Archivpädagogik: Revolution und Beteiligung als Demokratiegeschichte

Zum 24. März 2023 hatte das Landesarchiv Baden-Württemberg nach vier Jahren wieder zur Archivpädagogiktagung nach Karlsruhe geladen. Nachdem die letzten beiden Male die Durchführung nur per Zoom möglich gewesen war, trafen sich 80 an Archivpädagogik Interessierte aus Schulen und vor allem Archiven in Deutschland und der Schweiz wieder persönlich im Generallandesarchiv in Karlsruhe.

Das Thema war diesmal durch das 175-jährige Jubiläum der „Deutschen Revolution“ angeregt. Um Demokratie war es schon fünf Jahre zuvor gegangen, als sich die Gründung der Weimarer Republik zum 100. Male jährte; doch war es damals der „demokratische Aufbruch“, so standen diesmal die Forderung nach Beteiligung und der Geist des Widerstands im Mittelpunkt.

In seinem Eröffnungsvortrag wies Prof. Dr. Detlef Schmiechen-Ackermann, Direktor des Instituts für Didaktik der Demokratie an der Leibnitz-Universität Hannover, darauf hin, dass die Revolution von 1848 zu Unrecht einen geringen Stellenwert im kollektiven Gedächtnis Deutschlands einnehme. Sei doch die damals ausgehandelte Verfassung, auch wenn sie nicht habe umgesetzt werden können, die modernste Verfassung der damaligen Zeit gewesen, die z.B. in Fragen von Versammlungs-, Rede- und Pressefreiheit bis heute fortlebe. Als weitere interessante Aspekte nannte Schmiechen-Ackermann das politische Exil der Revolutionäre vor allem in den USA und ihr politischer Einfluss dort, die Prozesshaftigkeit des Revolutionsgeschehens, vergleichbar etwa dem „Arabischen Frühling“ heute, die Rolle von Frauen außerhalb des Parlaments und die europäische Dimension der 48er-Revolution. „24. Karlsruher Tagung für Archivpädagogik: Revolution und Beteiligung als Demokratiegeschichte“ weiterlesen

Den fotografischen Blick durchschauen lernen – Umgang mit Fotoquellen

Bildungspartner NRW lädt ein zur Fachtagung am 7. Dezember 2022 im LVR-LandesMuseum in Bonn

Historische Fotos sind trügerische Quellen. Wie Texte bilden sie die vergangene Wirklichkeit nicht einfach ab. Insbesondere Fotos aus Krieg und Diktatur bedürfen einer quellenkritischen Erschließung, damit Schülerinnen und Schüler die Absichten der Fotografierenden und ihrer Auftraggeber durchschauen können. Die Fachtagung präsentiert Praxisbeispiele zur Erschließung von Fotoquellen in der Schule und an außerschulischen Lernorten, zu denen auch Archive gehören.

Einladung_Fachtag_Fotografie

Adressaten:
alle Interessierten
Veranstaltungsbeginn:
07.12.2022, 09:30 Uhr
Veranstaltungsende:
07.12.2022, 16:30 Uhr
Anmeldeschluss:
05.12.2022