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Abstracts: Dr. Christoph Schmidt, Geobasisdaten und die Herausforderungen der elektronischen Langzeitarchivierung #WAT16

Der diesjährige Westfälische Archivtag am 15. und 16.03. in Lünen hat das Thema Karten und Pläne. Den Abschluss der 1. Sektion macht Herr Dr. Christoph Schmidt (Landesarchiv NRW)

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Christoph Schmidt: Geobasisdaten und die Herausforderungen der elektronischen Langzeitarchivierung

 

„Geobasisdaten“, so die offizielle Definition der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland (AdV), „sind Daten des amtlichen Vermessungswesens, welche die Landschaft, die Liegenschaften und den einheitlichen geodätischen Raumbezug anwendungsneutral nachweisen und beschreiben. Sie sind Grundlage für Fachanwendungen mit Raumbezug.“ In dieser Funktion sind Geobasisdaten heute in vielen Bereichen der modernen Verwaltung präsent. Geobasisdaten werden in den Kataster- und Vermessungsverwaltungen erzeugt, vorgehalten und zur Nutzung bereit gestellt, und zwar bereits seit längerer Zeit in digitaler Form. Aus archivischer Sicht gehören diese Daten daher bereits heute zu den wichtigsten Informationsquellen überhaupt, ohne deren Kenntnis viele andere Verwaltungsdaten nicht oder nur eingeschränkt verständlich sind.

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Abstracts: Scheer/Bentler, Führung des Liegenschaftskatasters #WAT16

Am 15. und 16. März findet der Westfälische Archivtag 2016 in Lünen zum Thema Karten und Pläne statt. Heute fahren wir mit der Präsentation der Abstracts fort. Den zweiten Beitrag der ersten Sektion halten Dipl.-Ing. Heinz-Werner Scheer und Dipl.-Ing. Peter Bentler vom Katasteramt Soest.

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Heinz-Werner Scheer und Peter Bentler: „Führung des Liegenschaftskatasters“ früher und heute – Methoden und Nutzungspotenziale

Die eigentliche „zeichnerische Planerstellung“ gibt es so im Katasterbereich heute nicht mehr. Mit dem bundeseinheitlichen AAA-Datenmodel (AFIS, ATKIS, ALKIS) steht eine Komplettlösung für alle Bereiche der Geobasisdaten zur Verfügung. Heute werden Geobasisdaten mittels Geometrien und Attributen erfasst und in Datenbanken abgelegt. Aus diesen Objektdaten lassen sich anschließend mittels Präsentationsregeln (welches Objekt wird wie dargestellt) Kartendarstellungen vollautomatisiert erzeugen. Diese Kartendarstellungen unterscheiden sich je nach Maßstab und Art der Karte. Der Kunde bezieht teilweise anstelle der fertigen Karten diese elektronischen Daten, um sich daraus eigene Karten mit individuellen Darstellungen zu erzeugen. Daher ist mittlerweile die Information der Daten wichtiger geworden, als die „schöne gezeichnete Karte“ selbst.
Diese Daten können dem Bürger bzw. Fachleuten in Geoportalen im Internet präsentiert und zur Verfügung gestellt werden.

Früher wurden die verschiedensten Karten je nach Aufgabenstellung, Anlass und Zweck per Hand bzw. später mittels Bildbearbeitung gezeichnet bzw. erstellt. Die beschreibenden Daten zu den Objekten in den Karten wurden in Buchform abgelegt. Wollte man die Karte ändern, musste die Karte entweder komplett neu gezeichnet werden, oder die Darstellung wurde in einem Bereich „herausgekratzt“ und nur das Detail neu gezeichnet. In einigen Karten wurden die Veränderungen auch in rot eingetragen.

Im ALKIS (Amtliches Liegenschaftskataster-Informationssystem) ist es in NRW so, dass die Objekte versioniert werden. Das bedeutet, dass alle Objekte ein Lebenszeitanfangsdatum beim Entstehen und ein Lebenszeitendedatum beim Löschen bekommen. Dadurch ist es möglich, historische Abrufe zu einem Stichtag zu erzeugen und aus den stichtagsbezogenen Daten historische Karten zu erstellen.

Auch die dritte Dimension wird zukünftig immer stärker bei der Datenerfassung in den Fokus gelangen. Die 3D-Modelle sind dann keine Karten im „klassischen“ Sinne mehr. Die 3D-Modelle kann man sich am PC-Monitor ansehen bzw. auch mittels 3D-Drucker plastisch ausgeben.

 

Zu den Personen:

Heinz-Werner Scheer ist Dipl. Ing. (FH) Vermessungswesen und Sachgebietsleiter „Bereitstellung der Geobasisdaten / Archiv“ im Katasteramt Soest.

Peter Bentler ist Dipl. Ing. (FH) Vermessungswesen und Mitarbeiter im Sachgebiet „Service Fach-informationssysteme“. Er betreut im Alltag die fachbezogene Fachsoftware.

 

 

 

Abstracts: Dr. Gerald Kreucher, Karten im Archiv #WAT16

Am 15. und 16. März startet der Westfälische Archivtag in Lünen zum Thema Karten und Pläne. Wir beginnen heute mit der Präsentation der Abstracts. Den Anfang macht Gerald Kreucher, der den thematischen Einführungsvortrag zu Beginn der 1. Sektion halten wird.

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Gerald Kreucher: Karten im Archiv – Einführung in Kartentypologie und Erschließung

Die Anzahl der möglichen Typen von Karten und Plänen ist grundsätzlich unbegrenzt, da jede raumbezogene Information in Kartenform dargestellt werden kann. Auch die Abgrenzung zwischen Zeichnung und Karte im heutigen Sinn ist für die frühe Neuzeit schwierig. Die frühesten handgezeichneten Karten wurden häufig im Rahmen von Gerichtsprozessen erstellt. Im Laufe der Zeit stieg die Vielfalt der Typen, ebenso nahm die Präzision der Vermessung zu.

In westfälischen Archiven kommen bestimmte Typen überproportional häufig vor: topographische Karten, Grenz- und Territorialkarten, Stadtpläne, frühe Kataster- und Markenkarten, Karten des modernen preußischen Katasters ab 1820 sowie Baupläne und technische Pläne. In Kommunalarchiven sind gerade Baupläne häufig vertreten. Jeder dieser Typen hat bestimmte Eigenschaften, die man bei der Bewertung, der Erschließung und der Auswertung berücksichtigen sollte.

Foto: LWL-ArchivamtUnter Wahrung des Provenienz -Zusammenhanges können Karten und Pläne separat in einer Kartensammlung gelagert werden. Die Intensität der Verzeichnung ist abhängig von den Rahmenbedingungen im Archiv und der Bedeutung des Archivgutes. Jede Einzelkarte erhält eine separate Signatur. Laufzeit und Provenienz werden angegeben.

Die Sortierungsmöglichkeiten der Verzeichnungsprogramme sollten bei der Titelbildung berücksichtigt werden, d.h. in der Regel: erst (eventuell mehrstufige) Ortsangabe, dann Entstehungszweck. Bei bestimmten Typen gibt es standardisierte Bezeichnungen der Behörde, die beibehalten werden sollen. Ein wichtiges Beispiel sind Katasterkarten. Hier sollte nach Gemarkungen klassifiziert werden. Moderne topographische Karten können als Titel unter ihrer Blattnummer aufgenommen werden. Bei historischen Karten sollte auch der Originaltitel vermerkt werden. Von den weiteren Angaben sind die Größenangaben und der Maßstab wichtig. Einige weitere Angaben werden bei vorhandener Personalkapazität hinzutreten.

Gut erschlossene Kartenbestände bieten sich für Digitalisierungsprojekte aus verschiedenen Gründen an. Die Verzeichnungseinheiten sollten mit den Digitalisaten verknüpft werden und online zugänglich gemacht werden.

 

Zur Person: Dr. Gerald Kreucher (*19.07.1972 in Adenau)  ist  Wiss. Archivar im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen.

Nach einem Studium der Geschichte und katholischen Theologie 1993-1998 und Promotion (2000), absolvierte er 2002-2004  das Referendariat für den höheren Archivdienst in Detmold und Marburg.  Seit 2004 arbeitet er als Dezernent im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Abteilung Westfalen, in Münster (früher: Staatsarchiv Münster), davon war er 2004-2015 u.a. zuständig für nichtstaatliches Archivgut, Nachlässe und verschiedene archivische Sammlungen, insbesondere die Kartenbestände. Seit Juli 2015 ist er zuständig für zahlreiche Behörden der Regierungsbezirke Münster und Arnsberg.

 

 

 

Alles nach Plan? Westälische Archivtag in Lünen

at2016_programmRund um Karten und Pläne dreht sich das Motto des Westfälischen Archivtags, der im diesen Jahr am 15. und 16. März in Lünen stattfindet. “Alles nach Plan? Der Umgang mit Karten und Plänen” spricht ein wichtiges Thema in jedem Kommunalarchiv an. Schon angemeldet?

 

 

 

 

Anmeldungen sind beim LWL-Archiv bis zum 26. Februar möglich.

 

Programm und Anmeldeformular sind hier herunterladbar:

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Anmeldeformular

1. Vortragssektion des 66. Westfälischen Archivtages in Bielefeld vom 11. März 2014

 

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Sektion1: Grundlagen der Methoden der Strategieentwicklung:

Moderiert wurde die Sektion von Dr. Jens Metzdorf (Stadtarchiv Neuss)

Ulrich Weißenberg (Stadt Hamm)

Kulturentwicklungsplanung der Stadt Hamm bis 2025

Ulrich Weißenberg von der Stadt Hamm widmete seinen Vortrag der städtischen Kulturentwicklungsplanung am Beispiel der Stadt Hamm. Auch wurde darauf eingegangen, welche Rolle das Stadtarchiv bei der Kulturplanung in Hamm seit 1996 und die Bedeutung im aktuellen Kulturentwicklungsplan bis 2025.

Im Vortrag wurde deutlich, welchen Nutzen eine Kulturentwicklungsplanung für die Stadt und im Besonderen für das Stadtarchiv hat. Insgesamt sieht er die Kultur in der Stadt und eingebettet das Stadtarchiv trotz knapper Ressourcen auf einem guten Weg. Er sieht das Archiv den allgemeinen Standards angepasst und gerüstet für die Zukunft.

Fragen aus dem Publikum:

Wo steht das Stadtarchiv Hamm heute?

Antwort: Der Personalbestand macht es schwer möglich, up to date zu bleiben. Außerdem Steht das Archiv in Konkurrenz zu anderen Einrichtungen, z.B.: Einer Kunsthalle, oder einem Museum. Bspw. bekommen diese Einrichtungen in der Stadt Hamm einen Etat von 2.500.000 Euro zugewiesen, währenddessen sich das Archiv mit 10.000 Euro begnügen muss.

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Michael Korn (Stadtarchiv St. Augustin)

„Profilbildung beginnt beim Träger: Das Stadtarchiv als Dienstleister und Partner der Verwaltung am Beispiel von Sankt Augustin“

Überfüllte Magazine, kein Überblick über die Bestände, so benannte Herr Korn den Zustand  des Stadtarchivs St. Augustin im Jahr 2003. Was hat sich geändert? Zunächst wurden reelle Ziele wie z.B.: eine effektive Nutzung der Lagerkapazitäten und eine verbesserte Übersicht über die vorhandenen Archivalien, formuliert. Im Anschluss folge, laut Korn eine systematische Verknüpfung von Kontakten zu den Registraturbildnern, sowie ein neues Bewertungsmodell bei der Übernahme von Archivgut. Des weiteren wurde die Altregistratur durch ein effektiveres Zwischenarchiv abgelöst, um die Akten für die Dauer der jeweiligen Aufbewahrungsfrist sachgemäß zu verwalten und eine zeitnahe Ausleihe und Transparenz des eigenen Tuns zu gewährleisten. Um die Bindung an die Stadtverwaltung zu erhöhen, sind sog. „Tage der Verwaltung“ eingeführt worden, die durch Führungen und Quellenzeigungen die Kommunikation und das Verständnis zum Archiv verbessern sollten. Neben einem Dokumenten-Management-System, wurde laut Michael Korn auch der Aufbau eines Digitalen Langzeitarchivs vorangetrieben. Für eine vorausschauende Strukturierung der Akten sind Aktenpläne eingeführt worden.

Im zweiten Teil seines Vortrages ging Herr Korn auf die Profilbildung bei Mitgliedern des Stadtrats ein, und die Bedeutung, welchen den Jahresberichte beigemessen werden soll. Durch diese Optimierungsmaßnahme stellt, laut Korn, das Stadtarchiv St. Augustin heute die zentrale Anlaufstelle für Schriftgutfragen bei der Kommune dar, und hat sich in der Öffentlichen Wahrnehmung als aktives Element der Verwaltung platziert.

 Frage von Herrn Teske vom LWL-Archivamt:

Wieviel Personal hat das Stadtarchiv St. Augustin? Wie langfristig ist geplant geplant worden?

Antwort von Herrn Korn: Insgesamt besitzt das Stadtarchiv 2 volle Stellen, wovon seine eigene einen Anteil von 0,7 hat. Direkt zu Beginn im Jahr 2003 wurde ein Maßnahmenkatalog erstellt, in dem man alle Probleme aufgelistet hat, die im Laufe von 10 Jahren nacheinander abgearbeitet werden sollten.

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Dr. Marcus Stumpf (LWL-Archivamt für Westfalen, Münster)

Archiventwicklungsplanung als strategisches Instrument

Defizite in Strategiebildung und Entwicklungsplanung im Archivbereich aufzuzeigen, ihre Ursachen formulieren und Lösungsansätze zu liefern, ist das Hauptanliegen des Vortrags von Herrn Dr. Stumpf gewesen. Hierzu bezieht er sich auch auf Aussagen von Unternehmensberater Gerd Schneider, der bereits beim Chemnitzer Archivtag 2003 von den Archiven forderte, eine aktivere und transparentere Planungs- und Strategiebildung auszuarbeiten. Mit seinem präsentierten Ansatz, wie z.B. einer Checkliste, in der alle 2 Jahre die „Ist/Soll“ Ziele formuliert und abgeglichen werden, soll es laut Dr. Stumpf auch kleinen und mittleren Archiven möglich sein, ihre Entwicklungsplanung aktiv voranzutreiben und diese als Grundlage für die Setzung eigener Prioritäten, wie auch als Argumentationshilfe hinsichtlich der eigenen Verwaltung zu verwenden.

Frage aus dem Publikum:

Sollte man professionelle Unterstützung zur Evaluierung der „Ist-Situation“ im eigenen Archiv heranziehen?

Antwort von Dr. Stumpf: Auf jeden Fall sollte man zunächst selbstständig aktiv werden. Auch Unternehmensberater wären wenig erfreut, wenn die Archive keinen Überblick über ihre Zahlen besitzen. Im Umkehrschluss kann es auch vorkommen, dass der eigene Träger einen solchen Berater beauftragt, weswegen eine gewisse Vorbereitung sinnvoll sein kann.