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Familiengeschichte XXL

„Tecklenburg, Bentheim, Steinfurt – von seiner Urzeit bis in die Gegenwart genealogisch, chronologisch und historisch. Erstellt und gezeichnet von I.H.F. Berlien, Copenhagen März 1843“. (Foto: Birgit Geller, LWL-Archivamt)

Eng gewickelt auf einen Holzstab sah sie gar nicht so lang aus, die genealogische Karte aus dem Hause der Fürsten zu Bentheim und Steinfurt. Letztendlich maß der aus mehreren Papierbögen zusammengeklebte Stammbaum 10,6 m! Entsprechend herausfordernd gestaltete sich die Bearbeitung des bereits mehrfach reparierten und teilweise hinterklebten Objekts, das teils lange Risse aufwies. Angefertigt wurde die Karte anlässlich eines Sukzessionsstreits zwischen den Linien Bentheim-Steinfurt und Bentheim-Tecklenburg.

 

Eingerissene und verknickte Kante. Das Papier hat durch die gerollte Lagerung einen starken Drall. (Foto: Birgit Geller, LWL-Archivamt)

Das dünne kurzfaserige Papier aus dem die Karte besteht, ist äußerst stoßempfindlich. An den Kanten haben sich teils lange Risse gebildet, die sich bei jedem Aufrollen der Karte verstärkten. Bei der dringend notwendigen Stabilisierung musste der Kleisterauftrag wohldosiert werden, denn sonst drohten Wasserränder in dem äußerst saugfähigen Papier.

 

 

 

 

Rings um die alte Fehlstellenergänzung erkennt man den durchgeschlagenen Klebstoff. (Foto: Birgit Geller, LWL-Archivamt)

Die alten Reparaturen und Verklebungen wurden größtenteils am Objekt belassen, denn auch hier hätte das Ablösen mittels Feuchtigkeit zu einem weiteren Eindringen des alten Klebstoffes geführt und die bereits vorhandenen Flecken noch verstärkt.

 

Aus Platzgründen konnte der Stammbaum nur abschnittweise bearbeitet werden. Hierbei half eine eigens konstruierte Aufrollvorrichtung.

Konstruktion für die rationelle und dennoch schonende Bearbeitung des Stammbaums. (Foto: Birgit Geller, LWL-Archivamt)

 

Abschnittweise fotografische Dokumentation des konservierten Plans. (Foto: Birgit Geller, LWL-Archivamt)

Als nicht minder herausfordernd erwies es sich den Stammbaum abschnittweise zu fotografieren, um seine Informationen zugänglich machen zu können ohne ihn erneut entrollen zu müssen.

 

 

Für die langfristige Aufbewahrung musste der fertig bearbeitete Stammbaum auf einen Kern aus alterungsbeständiger Pappe mit möglichst großem Durchmesser gerollt werde. Doch hier störte der Holzstab, der – als dem Objekt zugehörig – nicht entfernt werden sollte.

Gut gesichert und verpackt kann die Karte an das Fürstliche Archiv im Schloss Burgsteinfurt zurückgegeben werden. (Foto: Birgit Geller, LWL-Archivamt)

Die Lösung des Problems bestand darin die Papphülse zu schlitzen und den Holzstab mittels Fäden im Inneren zu sichern. So konnte das Original mit einer Zwischenlage aus alkalischem Papier glatt um den Kern gewickelt werden.

 


OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
bgeller (19. April 2022). Familiengeschichte XXL. archivamtblog. Abgerufen am 17. August 2026 von https://doi.org/10.58079/cjnh


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